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Fisch grillen, die Top Tipps vom Kochprofi

Fisch grillen

ist Koch, Food-Fotograf und Autor aus Deutschland. Seine Rezepte basieren auf 30 Jahren Küchenerfahrung und sind garantiert gelingsicher.

Fisch grillen ist die unterschätzte Disziplin am Rost. Während Fleisch ein paar Fehler verzeiht, reagiert Fisch sofort auf zu viel Hitze, falsches Wenden oder einen ungeölten Rost. Die gute Nachricht: mit der richtigen Vorbereitung gelingt es zuverlässig. Ich zeige in diesem Beitrag, welcher Fisch sich eignet, wie Filet und ganzer Fisch unterschiedlich behandelt werden, was es mit der weißen Glut auf sich hat und warum Zeitangaben in Tabellen Unsinn sind.

Welcher Fisch sich zum Grillen eignet

Nicht jeder Fisch ist für den Grill geeignet. Die Faustregel: je fettreicher und fester das Fleisch, desto einfacher das Grillen. Magere und sehr zarte Fische trocknen schnell aus oder zerfallen am Rost.

Für Anfänger: Lachs ist der zuverlässigste Einstieg. Das Filet ist fettreich genug, um Hitze zu verzeihen, und hält mit Haut auch ohne Spieß auf dem Rost. Forelle im Ganzen funktioniert ebenfalls gut, weil die Haut das Fleisch schützt und die Größe handlich ist.

Klassiker mit etwas Übung: Dorade, Wolfsbarsch, Schwertfisch und Makrele sind die Standard-Grillfische des Mittelmeerraums. Alle drei haben eine feste Haut, die das Fleisch schützt, und vertragen direkte Hitze. Sardinen sind die unkomplizierteste Variante, weil sie klein sind und in zwei bis drei Minuten fertig.

Für Fortgeschrittene: Heilbutt, Steinbutt, Seezunge und Saibling sind heikler. Die Filets sind zart und brechen leicht, ganze Fische verlangen ruhiges Wenden. Wer hier zum ersten Mal grillt, sollte mit Spießen oder einem Grillgitter arbeiten.

Ein Hinweis aus 35 Jahren Profiküche: tiefgekühlter Fisch ist beim Grillen die zweite Wahl. Beim Einfrieren bricht die Zellstruktur, der Fisch verliert beim Auftauen Wasser, und genau diese Feuchtigkeit fehlt dann beim Grillen. Frischer Fisch bleibt saftiger, das ist auf dem Rost stärker spürbar als in der Pfanne.

Lachsfilet auf dem Grill
Fischfilets auf dem Spieß lassen sich problemlos wenden. © Thomas Sixt Food Fotograf

Filet oder ganzer Fisch, die zwei Wege

Beim Grillen gibt es zwei grundverschiedene Wege: Filet oder ganzer Fisch. Beide haben ihre Berechtigung, sie unterscheiden sich aber in Aufwand und Ergebnis.

Filet ist die einfachere Lösung. Frisch gekauft, mit oder ohne Haut, am besten portionsweise auf einen Holzspieß gesteckt. Der Spieß ist die zentrale Hilfe beim Wenden, weil das Filet sonst gerne zerbricht. Gewürzt wird kurz vor dem Auflegen, geölt nur dünn mit einem Pinsel. Wer mariniert, trägt die Marinade erst auf dem Grill auf, sonst verbrennt der Zucker am Rost.

Wer die Haut entfernt, vermeidet Schuppen auf dem Teller, verliert aber etwas Schutz beim Garen. Ich nehme die Haut bei Lachs meist ab, bei Dorade lasse ich sie dran. Eine Variante, die ich gerne mache, ist das Wickeln in Bananenblätter oder Buchenspan, das gibt dem Fisch zusätzlich ein leichtes Raucharoma.

Ganzer Fisch ist aufwändiger, aromatischer. Der Knochen führt Wärme gleichmäßig durch das Fleisch, die Haut hält die Feuchtigkeit, der Bauchraum wird mit Knoblauch und Kräutern gefüllt. Das Schuppen geht am einfachsten unter Wasser im Spülbecken mit dem Messerrücken, dabei spritzen keine Schuppen in die Küche.

Beim Grillen vom ganzen Fisch sind drei Werkzeuge sinnvoll: ein Grillgitter, das den Fisch beim Wenden zusammenhält, oder ein Stock, an dem der Fisch über der Glut gegart wird (das ist die Methode, die wir vom Volksfest kennen), oder eine eingebrannte und geölte Gussplatte, die genug Hitze speichert. Auf dem nackten Rost klebt der ganze Fisch fast immer fest. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur ganzen Dorade aus dem Ofen, die sich auf den Grill übertragen lässt, findest du in meinem Dorade-Rezept. Für den ganzen Fisch in Folie ist meine Forelle in Alufolie die unkomplizierteste Variante.

Fisch im ganzen grillen
Ganzer Fisch verlangt mehr Geduld als Filet, hält aber auch mehr Aroma.

Glut, Hitze und Abstand

Die wichtigste Regel beim Fisch grillen: weniger Hitze als bei Fleisch. Eine lodernde Flamme ist der Feind, weil sie die Oberfläche verbrennt, bevor das Innere gar wird. Die Glut sollte weiß durchgegart sein, die Flammen also weg. Dann liegt die Strahlungshitze in einem Bereich, in dem Fisch kontrolliert gart, ohne anzubrennen.

Ausnahme ist die Flammlachs-Methode. Hier wird der Lachs auf ein Holzbrett genagelt und mit deutlichem Abstand seitlich neben dem Feuer aufgestellt. Das Brett bekommt nur Strahlungswärme, keine direkte Flamme. Diese Technik ist eine der schönsten Arten, Lachs draußen zuzubereiten, und ergibt eine Textur, die mit dem Grillrost nicht erreichbar ist. Wer das ausprobieren will, findet bei mir das ausgearbeitete Flammlachs-Rezept.

glühende, weiße kohle, der optimale moment zum grillen.
Weiße Glut ohne Flamme ist der Idealzustand für Fisch.

Würzen, Zeit und das Daneben-Stehen

Beim Würzen bin ich bei Fisch zurückhaltend. Ursalz, frisch gemahlener Pfeffer und etwas Thymian sind die Standardausrüstung. Olivenöl gehört aus meiner Sicht nicht in die Grill-Marinade, sondern erst auf den Teller, dann tröpfchenweise als Finish. Beim Grillen verbrennt das Olivenöl und schmeckt bitter.

Knoblauch entfaltet sich im Bauchraum vom ganzen Fisch besser klein geschnitten als im Ganzen. Aromaöle wie Thymianöl, Knoblauchöl oder mildes Chiliöl ergänzen am Teller. Eine selbst gemachte Kräuterbutter, kurz vor dem Servieren auf den heißen Fisch gelegt, ist eines der einfachsten und besten Finishs überhaupt.

Die häufigste Frage am Grill: wie lange dauert das? Die ehrliche Antwort: lass die Tabellen weg. Jeder Grill ist anders, der Abstand zur Glut, die Stärke der Glut und die Bauweise vom Grill verändern die Garzeit dramatisch. Ich habe einmal in Ibiza an einem Kamingrill Seezungen zubereitet und musste mich beeilen, um sie rechtzeitig vom Rost zu bekommen, sie waren in unter drei Minuten gar. Die direkte Hitze von der Glut und die indirekte Strahlung von den seitlichen Steinen hatten zusammen sehr schnell gearbeitet.

Die einzig zuverlässige Methode beim Fisch grillen ist daneben stehen und beobachten. Die Haut zieht sich zusammen, das Fleisch wechselt die Farbe, an den Seiten tritt Saft aus, das sind die Zeichen, auf die du achtest. Wer einmal weggeht, hat verloren.

Feuerschale zum Grillen
Bei mir im Garten kommt die Feuerschale zum Einsatz, der eigentliche Grill steht im Keller.

Konntest du diesen Kochtipp ausprobieren oder hast du dir diesen gemerkt? Schreib gerne einen Kommentar zu deinen Erfahrungen, über Rückfragen freue ich mich auch.

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