Wildschweingulasch

ist Koch, Food-Fotograf und Autor aus Deutschland. Seine Rezepte basieren auf 30 Jahren Küchenerfahrung und sind garantiert gelingsicher.

Dieses Wildschweingulasch kommt ohne Rotwein aus, ist würzig, unkompliziert und gelingt zuverlässig.

Wildschweingulasch ist eines dieser Gerichte, die im Herbst Wärme schenken und sich perfekt eignen, wenn Gäste kommen oder ein gemütlicher Abend bevorsteht.

Du kannst es entspannt am Vortag kochen, am nächsten Tag schmeckt es sogar noch intensiver. Was du dafür brauchst und worauf es ankommt, findest du weiter unten im Detail.

Wildschweingulasch im Schmortopf mit kräftiger Sauce

Wichtiges im Blick

Fleisch: Keule oder Schulter verwenden, nicht Filet oder Rücken. Durchwachsenes Fleisch bleibt beim Schmoren saftig und zerfällt nicht.

Zwiebeln: Die große Menge Zwiebeln ist kein Fehler. Sie binden die Sauce auf klassische Art und geben natürliche Süße. Mindestens 15 Minuten bei mittlerer Hitze goldbraun schwitzen lassen.

Tomatenmark: So lange mitrösten, bis es dunkler wird. Dieser Schritt gibt der Sauce Tiefe und Balance.

Kein Rotwein: Diese Variante kommt bewusst ohne Rotwein aus. Kräftige Rinderbrühe bildet das Rückgrat der Sauce.

Vorbereitung: Wildschweingulasch lässt sich hervorragend am Vortag kochen und in größeren Mengen einkochen.

Wildschweingulasch

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3.88 Von 37 Bewertungen

Portionen:6
Kalorien:298
Vorbereitungszeit:120 Min.
Zubereitungszeit:90 Min.
Zeit gesamt:30 Min.
Kategorie:Fleisch Rezepte
Wildschweingulasch im Schmortopf mit kräftiger Sauce

Zutaten

1 kg Wildschweingulasch

750 g Zwiebel fein gewürfelt

2 EL Sonnenblumenöl

3 EL Tomatenmark

2 EL Paprika edelsüß

4 Stück Knoblauchzehen

1 Stück Bio-Zitrone

1 l Rinderbrühe

3 Prisen Salz

3 Prisen Pfeffer schwarz

2 Prisen Cayennepfeffer

1 Prise brauner Zucker (Mauritius Rohrzucker)

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Anleitung

Zubereitungsschritt 1

Fleisch vorbereiten

Das Wildschweinfleisch in gleichmäßige Stücke von etwa 50–60 g schneiden. So garen die Würfel gleichmäßig und bleiben saftig.

Rohes Wildschweinfleisch in Würfel geschnitten
Zubereitungsschritt 2

Zwiebeln anschwitzen

Die fein gewürfelten Zwiebeln in einem großen Schmortopf mit etwas Öl bei mittlerer Hitze anschwitzen. Sie sollen langsam weich werden und leicht Farbe annehmen.

Frisch gewürfelte Zwiebeln im Topf mit Kochlöffel
Zubereitungsschritt 3

Zwiebeln bräunen

Die Zwiebeln gleichmäßig goldbraun schmoren. Dieser Schritt dauert mindestens 15 Minuten und sorgt für Süße, Aroma und Bindung in der Sauce.

Zwiebeln goldbraun angeschwitzt im Schmortopf
Zubereitungsschritt 4

Fleisch zugeben

Die Fleischwürfel zu den Zwiebeln geben und rund 15 Minuten mitdünsten. Das Fleisch nimmt dabei den Geschmack der Zwiebeln an und beginnt, Röstaromen zu entwickeln.

Wildschweinfleisch mit Zwiebeln im Topf angeschmort
Zubereitungsschritt 5

Tomatieren

Tomatenmark einrühren und so lange mitrösten, bis die Farbe von hellem Rot zu dunklerem Braun wechselt. Dieser Prozess verstärkt den Geschmack vom Gulasch. Danach Paprikapulver zugeben.

Wildschweingulasch mit Tomatenmark und Paprika im Topf
Zubereitungsschritt 6

Aromatisieren

Fein geriebenen Knoblauch und frisch abgeriebene Zitronenschale unterrühren. Sie verleihen dem kräftigen Gulasch Frische und eine feine Würze.

Mit Brühe ablöschen, alles gut verrühren und den Topf mit einem Deckel verschließen. Das Wildschweingulasch bei milder Hitze 90–120 Minuten weich schmoren, bis das Fleisch zart ist.

Zitronenabrieb und geriebener Knoblauch auf Schneidbrett
Zubereitungsschritt 7

Servieren

Mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker abschmecken. Nach Belieben die Sauce durch weiteres Einkochen reduzieren. Anschließend mit Kartoffeln, Gnocchi oder Beilagen nach Wahl servieren.

Wildschweingulasch im Schmortopf mit kräftiger Sauce

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Nährwerte pro Portion
Energie 298

Fett gesamt 12 g 15 %∗; davon gesättigte Fettsäuren 3 g 15 %∗; Cholesterin 30 mg 10 %∗; Natrium 1447 mg 63 %∗; Kohlenhydrate gesamt 33 g 12 %∗; davon Ballaststoffe 5 g 18 %∗; davon Zucker 10 g; Eiweiß 17 g; Kalium 748 mg 16 %∗.

∗ Prozent des Tagesbedarfs auf Grundlage einer täglichen Energiezufuhr von 2.000 Kalorien. Der tatsächliche Bedarf kann individuell höher oder niedriger sein.

Zutaten und Aromen

Das Wildschweinfleisch bringt einen intensiven, leicht nussigen Geschmack mit. Am besten eignet sich Fleisch aus der Keule oder Schulter, weil es durchwachsen und saftig bleibt.

Filet oder Rücken sind dagegen zu mager und werden beim Schmoren trocken.

Im Unterschied zum Rindergulasch, wo gerne Rinderwade oder Beinscheiben verwendet werden, ist die Wade vom Wildschwein nur selten im Handel und wird meist für Wildwurst verarbeitet oder gelegentlich als Ragout angeboten.

Die große Menge Zwiebeln sorgt für natürliche Süße, sie geben der Sauce Körper und binden auf klassische Art.

Damit sich die Aromen entfalten, die Zwiebeln bei mittlerer Temperatur langsam goldbraun schwitzen. Das dauert mindestens 15 Minuten, lohnt sich aber für die feine Geschmacksbildung.

Für den Ansatz ist Butterschmalz oder Nussbutter ideal. Beides betont die süßlichen Röstaromen der Zwiebeln und unterstreicht den nussigen Charakter des Wildfleischs. Wer es etwas leichter mag, greift zu Öl.

Tomatenmark und Paprika edelsüß geben dem Gulasch Würze und eine warme Farbe. Das Tomatenmark so lange mitrösten, bis es dunkler wird. Das ist ein wichtiger Schritt für Balance und Tiefe. Paprika nicht trocken rösten, sondern nur kurz zugeben, damit er nicht bitter wird.

Knoblauch und Zitronenschale brechen die Schwere des Gerichts auf und bringen Frische. Unbedingt eine unbehandelte Bio-Zitrone verwenden, damit die Schale frei von Bitterstoffen ist.

Die kräftige Rinderbrühe bildet das Rückgrat der Sauce. Am besten eignet sich eine selbstgekochte Rinderbrühe, ansonsten tut es auch Bio-Instant-Brühe.

Bei dieser Variante verzichte ich bewusst auf Gewürze wie Zimt, Lebkuchengewürz oder dunkle Schokolade. Sie harmonieren nicht mit der Basis aus viel Paprika und würden den klassischen Charakter überdecken.

Klassisch bindet sich die Sauce allein durch die Zwiebeln. Wer eine sämigere Konsistenz bevorzugt, kann die Sauce mit etwas kalt angerührter Speisestärke binden. Eine natürliche Alternative ist fein geriebene Kartoffel, die beim Aufkochen Stärke freisetzt und die Bindung sanft verstärkt.

Tipps für Wildschweingulasch: So wird es besonders gut

Wildschweingulasch verbindet das Beste aus zwei Welten. Es ist unkompliziert genug für die Familienküche und gleichzeitig raffiniert genug, um an Festtagen Eindruck zu machen.

Der Duft von langsam geschmorten Zwiebeln und Fleisch sorgt sofort für Wohlfühlstimmung und erinnert an traditionelles Essen, das nach Zuhause schmeckt.

Wer Gäste erwartet, kocht es entspannt am Vortag. Am nächsten Tag schmeckt es noch intensiver. Damit nimmt dieses Rezept Stress aus der Küche und liefert trotzdem großes Aroma.

Ein weiterer Vorteil: Wildschweingulasch lässt sich in größeren Mengen kochen und anschließend im Glas einkochen. So ist es mehrere Monate haltbar und jederzeit griffbereit. Das Einkochen zeige ich Schritt für Schritt bei meiner Gulaschsuppe, dort findest du alle Details zum sicheren Haltbarmachen.

Beilagen zum Wildschweingulasch

Wildschweingulasch lässt sich mit vielen Beilagen kombinieren. Im Alltag greife ich gerne zu klassischen Kartoffeln. Salzkartoffeln sind schnell gekocht und nehmen die Sauce perfekt auf.

Wer es rustikaler möchte, serviert das Gulasch mit Bratkartoffeln, die durch ihre Röstaromen wunderbar mit der kräftigen Sauce harmonieren.

Sehr beliebt sind auch Nudeln als Beilage. Tagliatelle oder andere Bandnudeln nehmen die Sauce hervorragend auf und machen das Gericht zu einer sättigenden Mahlzeit. Auch Spätzle passen ausgezeichnet, sie bringen eine weiche, leicht buttrige Note auf den Teller, die den Geschmack des Wildfleisches abrundet.

Für festliche Anlässe empfehle ich ein Kartoffelgratin. Es lässt sich ausgezeichnet vorbereiten und im Backofen warm halten. Die cremige Konsistenz und die feine Kruste ergänzen das Wildschweingulasch perfekt.

Ebenfalls eine gute Wahl ist klassischer Rotkohl, der mit seiner leichten Süße die Würze des Gulaschs ausgleicht. Weitere tolle Gemüsebeilagen sind glasierte Karotten, Rosenkohlgemüse oder Pastinakengemüse.

Wer gerne fruchtige Komponenten einsetzt, serviert dazu ApfelkompottCranberrykompott oder Birnenkompott. Die süß-säuerlichen Aromen bilden einen spannenden Kontrast zur kräftigen Sauce und bringen Frische auf den Teller.

Diese Kombination ist besonders in der kalten Jahreszeit ein Genuss und verleiht dem Gulasch einen festlichen Charakter.

Kommentare, Fragen und Antworten

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REZEPT BEWERTUNG: *

  • Das Rezept liest sich wunderbar, ich werde es bestimmt nachkochen. Aber: Kann es sein, dass die 2 EL Tomatenmark in der Zutatenliste in Wahrheit 2 EL edelsüßes Paprikapulver sind? Beste Grüße aus Kärnten!

  • Hallo Thomas, das war mein erstes Wildschweingulasch und es ist mit Hilfe deine Anleitung sehr gut geworden.

    Danke für die Anleitung und die vielen Bilder und Tipps. 100% Empfehlung!!! ⭐️ 👍 🤩

  • Hi Thomas,

    vielen Dank für das ausführliche Rezept. Unser Wildschweintopf ist fein gelungen, Soße geschmackvoll und Fleisch saftig zart.

    Haben Kartoffeln dazu gemacht, beim nächsten Mache ich deine Semmelknödel dazu 😃👍🤩

    • Hallo Carina,

      das klingt wunderbar! Es freut mich sehr, dass euch der Wildschweintopf so gut gelungen ist und die Soße samt Fleisch euren Geschmack getroffen hat.

      Die Kombination mit Kartoffeln ist klassisch und lecker, die Semmelknödel dazu passen sicherlich perfekt beim nächsten Mal. Viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

  • Hallo Thomas,

    wieder so ein WOW-Rezept. Ich hab schon fast alle deine anderen Wild-Rezepte ausprobiert.

    Die Soßen sind immer der Kracher und ich mag Deine Anleitungen und Kombinationen.

    LG Kerstin

  • Hallo Thomas,

    gerade entdeckt, sieht ja wieder prächtig aus. Danke für die Idee! Liebe Grüße Jutta

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