Warum ich mit Kupferkochgeschirr koche

Format: Küchenwissen & Kochtechnik Autor: Thomas Sixt Lesezeit: 6 Minute

Kochen ist Kontrolle über Hitze. Und wer Hitze präzise steuern kann, kocht besser.

In meiner Küche arbeite ich mit Kupferkochgeschirr, weil es aus physikalischer Sicht das leistungsfähigste Material ist, das wir am Herd einsetzen können.

Ich verwende Kupferkochgeschirr nicht wegen Prestige und auch nicht wegen der Tradition, sondern wegen der Leistung.

Kupferkochgeschirr im Einsatz beim Kochen von Pasta
Kochen mit Kupferkochgeschirr sorgt für gleichmäßige Hitze und präzise Steuerung.

Warum Kupferkochgeschirr technisch überlegen ist

Kupfer besitzt eine Wärmeleitfähigkeit von etwa 390 bis 400 Watt pro Meter und Kelvin.

Aluminium liegt bei etwa 200 bis 240 Watt pro Meter und Kelvin.
Edelstahl bei etwa 14 bis 16 Watt pro Meter und Kelvin.

Das bedeutet:

Kupfer leitet Wärme rund doppelt so schnell wie Aluminium und um ein Vielfaches besser als Edelstahl.

Diese Eigenschaft hat direkte Auswirkungen im Alltag bei der Verwendung von Kupferkochgeschirr. Dabei geht es nicht um sichtbares Kupfer, sondern um den Anteil an Kupfer, der im Topf- oder Pfannenkörper verwendet wurde.

Kupferkochgeschirr ist nicht gleich Kupferkochgeschirr

Entscheidend ist nicht die Optik, sondern der tatsächliche Kupferanteil im Topf oder Pfannenkörper.

Im Handel werden zahlreiche Töpfe und Pfannen mit Kupferoptik angeboten. Häufig handelt es sich dabei lediglich um eine sehr dünne Kupferschicht oder um eine farbliche Beschichtung ohne nennenswerten Einfluss auf die Wärmeleitung.

Die physikalischen Vorteile entstehen nur dann, wenn ein hoher Kupferanteil im Gefäßkörper oder im Kernmaterial verarbeitet ist. Erst eine ausreichende Materialstärke sorgt für die schnelle Reaktion auf Temperaturveränderungen und für eine gleichmäßige Hitzeverteilung.

Eine reine Kupferoptik ersetzt keine Materialqualität.

Ein hoher Anteil an Kupfer im Topf- bzw. Pfannenkörper bedeutet:

1. Die Hitze verteilt sich nicht nur schneller, sondern gleichmäßiger.
2. Es entstehen keine lokalen Hotspots.
3. Temperaturveränderungen finden schneller statt, da Kupfer schnell und nicht träge reagiert.
4. Durch die schnelle Wärmeübertragung ist Energiesparen möglich.

Beim Kochen mit Kupferkochgeschirr ist die schnelle und unmittelbare Erwärmung spürbar.

Die Steuerung von Garprozessen gelingt einfach und unmittelbar. Das gibt Sicherheit bei der Zubereitung, beim Braten und beim Kochen von Speisen.

Wenn du konkrete Empfehlungen suchst, findest du hier meine

Kupfertöpfe für Schmoren, Suppen und Pasta
Kupferpfannen für präzises Braten und Anbraten

Lammrollbraten im Topf vor dem Anrichten
Lammrollbraten im Schmortopf kurz vor dem Servieren

Optimale Speisenzubereitung im Alltag

Kupferpfannen und Kupferkochgeschirr erleichtern die Speisenzubereitung im Alltag.

Hochwertige Kochgeschirre sind nicht zu schwer und lassen sich leicht reinigen. Modernes Kochgeschirr verfügt im inneren Bereich über eine dünne Edelstahlschicht, die Wärme schnell weitergibt und korrosionsbeständig ist.

Im Unterschied zu beschichteten Pfannen ist Edelstahl langlebig, und die Verwendung von Bratwendern ist unproblematisch und kann dem Kochgeschirr nicht schaden.

Der größte Vorteil von Kupferkochgeschirr liegt jedoch in der Reaktionszeit am Herd. Die gewünschte Hitze ist unmittelbar im Topf oder in der Pfanne verfügbar und lässt sich schneller regulieren als bei einem Topf mit dickem Aluminium-Sandwichboden.

Bei der Zubereitung von Speisen sind die Vorteile direkt sichtbar:

1. Spiegeleier gelingen in der Edelstahl-Kupfer-Pfanne gleichmäßig und lassen sich ohne Kruste ausgezeichnet zubereiten.
2. Bratkartoffeln kleben in der Kupfer-Edelstahlpfanne nicht an, da durch die direkte Hitzeführung genügend Hitze für die Krustenbildung vorhanden ist.
3. Das Braten von Steaks gelingt fehlerfrei, da die Hitze sofort verfügbar ist und sich die Pfanne beim Einlegen der kalten Steaks weniger stark abkühlt.
4. Garnelen braten perfekt, weil durch die hohe Wärmeleitfähigkeit genügend Hitze verfügbar ist.
5. Durch die Weitergabe der Hitze in den Bereich der Topfwände ist fachlich korrektes Schmoren am Herd möglich, das Fleisch wird schneller weich. Praktische Beispiele sind Gulasch zubereiten und Boeuf bourguignon.
6. Die schnelle Wärmeleitfähigkeit erhält bei der Zubereitung von Gemüse Farbe und Inhaltsstoffe besser, weil die Hitze schneller wirkt.
7. Die Zubereitung von Soßen gelingt kontrollierter. Im Kupfertopf lassen sich sogar Soßen wie Hollandaise oder Béarnaise direkt aufschlagen, da eine kontrollierte Wärmeführung gegeben ist.
8. Pfannkuchen gelingen durch die optimale Hitzeführung ausgezeichnet in der unbeschichteten Kupferpfanne.

Alltägliche Gerichte gelingen mit Kupferkochgeschirr einfacher, weil die Hitze optimal kontrollierbar ist.

Bratkartoffeln in der Pfanne frittieren
Bratkartoffeln in der Pfanne zubereiten

Energieeffizienz beim Kochen mit Kupferkochgeschirr

Kupfer überträgt Wärme effizient.

Die gewünschte Temperatur zum Kochen, Braten oder Schmoren wird schneller erreicht. Durch einen hohen Kupferanteil im Kochgeschirr ist die schnelle Weitergabe der Hitze gegeben.

Langes Vorheizen von Kochgeschirr oder Pfannen ist nicht erforderlich und ermöglicht das Sparen von Energie. Nach dem Erreichen der gewünschten Temperatur ist eine Reduktion der Herdleistung möglich, da die Hitze gleichmäßig verteilt bleibt.

Ein moderner Sandwichboden beschreibt bei Kochgeschirr einen dicken Aluminiumkern zwischen Edelstahlschichten. Das ist deutlich besser als reiner Edelstahl.

Jedoch erreicht Aluminium nicht die Wärmeleitfähigkeit von Kupfer und reagiert träger auf Temperaturveränderungen.

Die unterschiedlichen Bauweisen

Nicht jedes Kupferkochgeschirr ist gleich aufgebaut. Entscheidend ist die Konstruktion und der Kupferanteil im Topf bzw. in der Pfanne.

In meiner Küche verwende ich folgende Varianten:

Kupfer außen, innen Edelstahl

Diese Bauweise kombiniert die hohe Wärmeleitfähigkeit von Kupfer mit einer robusten, pflegeleichten Edelstahl-Innenfläche. Sie ist für nahezu alle Speisen geeignet.

Edelstahl außen, innen mit hohem Kupferanteil

Hier liegt das Kupfer im Kern des Kochgeschirrs. Optisch wirkt es zurückhaltender, technisch bietet es dennoch eine deutlich bessere Wärmeverteilung als reines Edelstahlgeschirr.

Kupferkochgeschirr mit stärkerer Kupferschicht

Je höher der Kupferanteil, desto direkter reagiert das Kochgeschirr auf Temperaturveränderungen.

Finde weitere Informationen zu Kupfertöpfe und Kupferpfannen mit Anwendungsbeispielen.

Tomatensoße
Tomatensoße zubereiten

Der klassische Kupfer-Marmeladentopf

Der klassische Marmeladentopf besteht innen aus blankem Kupfer. Beim Einkochen sorgt Kupfer für eine sehr gleichmäßige Hitzeverteilung und ermöglicht eine schnelle Erreichung der gewünschten Temperatur.

Durch die direkte und gleichmäßige Wärmeleitung kann die Marmelade zügig eingekocht werden. Kürzere Kochzeiten helfen dabei, Farbe und Fruchtaroma besser zu erhalten.

Der Gelierprozess selbst entsteht durch das Zusammenspiel von Pektin, Zucker, Säure und Temperatur. Kupfer unterstützt diesen Vorgang nicht direkt, ermöglicht jedoch eine präzise Temperaturführung, die für das Gelingen entscheidend ist.

Bei stark säurehaltigen Speisen wie Tomatensaucen oder Essigreduktionen kann es bei längerem Kontakt mit blankem Kupfer zu Reaktionen kommen. Deshalb sollten solche Speisen nicht dauerhaft in unbehandeltem Kupfer zubereitet oder gelagert werden.

Für den täglichen Gebrauch ist eine Edelstahl-Innenbeschichtung die sichere Wahl.

Kupfer ist kein Material ohne Regeln. Es ist ein Werkzeug, das bewusst eingesetzt werden sollte.

Pflaumen mit Zucker verrührt
Pflaumen mit Zucker und Gewürze verrührt

Kupferkochgeschirr und Induktion

Reines Kupfer ist nicht magnetisch und funktioniert deshalb nicht direkt auf Induktionskochfeldern.

Induktionsgeeignetes Kupferkochgeschirr verfügt über eine zusätzliche ferromagnetische Bodenschicht, die die Nutzung auf Induktion ermöglicht und die erzeugte Energie an den Kupferkern weiterleitet.

Dabei bleibt der Vorteil des Kupfers im Gefäßkörper erhalten:

Die erzeugte Energie wird schnell und gleichmäßig verteilt, während das Induktionskochfeld die Wärme direkt im Topfboden erzeugt.

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